# Italiens erste Nationalparks stammen beide von 1922

> Der Gran Paradiso entstand 1922 aus dem Jagdrevier der Savoyer, der Park in den Abruzzen aus privater Initiative. Heute hat Italien 24 Nationalparks.

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Last updated: 2026-09-11

Italiens erste zwei Nationalparks stammen beide aus dem Jahr 1922: der Gran Paradiso mit 71.044 Hektar, herausgelöst aus dem Jagdrevier der savoyischen Könige in den Westalpen, und der Park in den Abruzzen im mittleren Apennin, im selben Jahr privat angestoßen und 1923 per Gesetz eingerichtet.

## Aus einem Jagdrevier wird Park Nummer eins

1922 wurde der Nationalpark Gran Paradiso auf dem früheren Jagdrevier des Hauses Savoyen eingerichtet, und er gilt amtlich als erster Nationalpark Italiens. Er erstreckt sich über 71.044 Hektar in 13 Gemeinden, verteilt auf das Aostatal und das Piemont.

Die Parkverwaltung setzt die Fläche selbst ins Verhältnis zu Turin und kommt auf gut das Fünffache der Stadt. Sein Wappentier ist der Steinbock.

Das Revier, aus dem der Park hervorging, bestimmt bis heute den Boden unter deinen Schuhen. Von den 553 km markierten Wegen folgen 65 % den alten Saumpfaden, die für die Jagden des Hofes angelegt wurden.

## Die Abruzzen kamen ohne den Staat aus

Als private Initiative begann der Park in den Abruzzen 1922, Gesetz wurde er erst 1923 mit dem Regio Decreto-Legge Nr. 257. Der Staat kam also ein Jahr nach den Leuten, die den Park wollten.

Damit laufen die beiden Gründungsgeschichten in entgegengesetzte Richtungen. In den Alpen übernahm der Staat ein geschlossenes Hofgut und gab ihm einen neuen Zweck. Im Apennin kam der private Anstoß zuerst, und das Gesetz zog nach.

Mit den Grenzen wechselte auch der Name. Seit 2001 heißt er Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise, sein Sitz ist Pescasseroli, und er umfasst 24 Gemeinden in den Provinzen L'Aquila, Frosinone und Isernia.

Die Fläche liegt bei etwa 50.500 Hektar, dazu kommt eine angrenzende Zone von weiteren 77.500 Hektar. Die höchsten Gipfel sind der Monte Petroso mit 2.249 m, der Monte Marsicano mit 2.245 m und der Monte Meta mit 2.242 m, alle drei weit unter den Alpenhöhen des älteren Bruders.

## Was die beiden Parks schützen sollten

Zwei Wappentiere stehen für die beiden Parks: der Steinbock am Gran Paradiso, in den Abruzzen der Marsische Braunbär. Die Parkverwaltung schätzt rund 50 Bären, in einer Spanne von 45 bis 69, und das ist der größte Bärenbestand Italiens, fast vollständig innerhalb der Parkgrenzen.

Zu dieser Zahl gehört ein Vorbehalt. Die Seite der Verwaltung spricht von neueren Studien, nennt aber kein Jahr, und 2026 lief ein genetisches Monitoring, das eine neue Schätzung liefern soll. Lies die 50 als Arbeitswert des Parks und nicht als datierte Zählung.

Außerdem hält der Park 4.400 Hektar Vollschutzgebiet und 30.000 Hektar Wald. Seine ältesten Bäume sind eine Schwarzkiefer bei Villetta Barrea mit geschätzten 535 Jahren und eine Buche im Val Cervara mit geschätzten 560.

Der Lago di Barrea ist als Ramsar-Feuchtgebiet eingetragen, und über das ganze Gebiet wachen 32 Parkwächter. Auf rund 50.500 Hektar ist das eine dünne Besetzung, und sie erklärt, warum die Regeln für Besucher hier ernst genommen werden.

## Die hohen Zahlen des Gran Paradiso

4.061 m hoch ist der Gran Paradiso selbst, und sein Gipfel liegt ganz auf italienischem Staatsgebiet. Laut Nachhaltigkeitsbericht der Parkverwaltung gibt es im Park 59 Gletscher, 183 Seen, 168 Wirbeltierarten und 1.124 Pflanzenarten.

Drinnen wohnt kaum jemand. Innerhalb der Parkgrenze leben weniger als 300 Menschen, in den 13 Gemeinden, die sich das Gebiet teilen, zusammen 8.160.

An diesem Verhältnis erkennst du den Charakter des Parks. Die Dörfer liegen an seinem Rand, in den Tälern, und das Innere gehört Fels, Eis und Steinbock.

## Von zwei Parks zu 24

Auf der amtlichen Karte des Ministeriums für Umwelt und Energiesicherheit stehen 2026 genau 24 Nationalparks mit arbeitender Verwaltung. Der Gran Paradiso führt diese Liste an, und die Abruzzen teilen sein Gründungsjahr.

Die 24 haben sehr verschiedene Vorgeschichten, und die beiden von 1922 haben die ungewöhnlichsten. Das eine ist ein Jagdgut der Krone, das dem Schutz übergeben wurde, das andere ein Park, den private Förderer anschoben, bevor der Staat unterschrieb.

## Beide auf einer Reise?

An entgegengesetzten Enden des italienischen Gebirges liegen die beiden Parks: der eine an der Alpengrenze zwischen Aostatal und Piemont, der andere dort, wo Abruzzen, Latium und Molise aneinanderstoßen. Die meisten Reisen entscheiden sich deshalb für einen von ihnen.

Den direkten Vergleich findest du unter [Gran Paradiso oder Abruzzen-Park](/de/vergleich/gran-paradiso-vs-abruzzo-park), die einzelnen Parks unter [Gran Paradiso](/de/natur/parco-gran-paradiso) und [Abruzzen, Latium und Molise](/de/natur/parco-abruzzo-lazio-molise). Alle Parks zusammen stehen unter [Nationalparks](/de/themen/national-parks), die Region unter [Aostatal](/de/regionen/valle-d-aosta).

## FAQ

### Welcher ist der älteste Nationalpark Italiens?

Der Gran Paradiso, eingerichtet 1922 auf dem früheren Jagdrevier des Hauses Savoyen. Er umfasst 71.044 Hektar in 13 Gemeinden des Aostatals und des Piemont, und sein Gipfel erreicht 4.061 m, ganz auf italienischem Boden.

### Ist der Nationalpark in den Abruzzen genauso alt?

Er begann im selben Jahr 1922, allerdings als private Initiative. Gesetz wurde er erst 1923 mit dem Regio Decreto-Legge Nr. 257. Seit 2001 heißt er Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise und reicht über 24 Gemeinden in drei Regionen.

### Wie viele Nationalparks gibt es in Italien?

24 mit arbeitender Verwaltung im Jahr 2026, so viele verzeichnet die amtliche Karte des Umweltministeriums. Andere amtliche Listen zählen auch Parks ohne Verwaltung mit und kommen deshalb höher. Der Gran Paradiso von 1922 steht als erster auf der Liste.

### Wie viele Bären leben im Nationalpark Abruzzen?

Die Parkverwaltung schätzt rund 50 Marsische Braunbären, mit einer Bandbreite von 45 bis 69. Das ist der größte Bärenbestand Italiens, und er lebt fast vollständig im Park. Ein Jahr nennt die Verwaltung für die Schätzung nicht, nimm sie also als aktuellen Arbeitswert.

## Sources

| Fact | Source | Confidence | Valid until |
|---|---|---|---|
| Il Parco Nazionale Gran Paradiso, nato nel 1922 sulla ex riserva di caccia dei Savoia, e' il primo parco nazionale italiano e copre 71.044 ettari, circa cinque volte la superficie di Torino, su tredici comuni fra Valle d'Aosta e Piemonte | [Ente Parco Nazionale Gran Paradiso](https://www.pngp.it/ente-parco/bilancio-di-sostenibilit%C3%A0/il-primo-parco-ditalia) | medium | 2029-12-31 |
| Nel Parco Nazionale Gran Paradiso il Gran Paradiso raggiunge i 4.061 m; il parco conta 59 ghiacciai, 183 laghi, 168 specie di vertebrati e 553 chilometri di sentieri, per il 65% ricalcati sulle mulattiere reali di caccia | [Ente Parco Nazionale Gran Paradiso](https://www.pngp.it/ente-parco/bilancio-di-sostenibilit%C3%A0/il-primo-parco-ditalia) | medium | 2029-12-31 |
| Il Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise nasce nel 1922 per iniziativa privata ed e' istituito per legge nel 1923 con il Regio Decreto-Legge n. 257: si estende su circa 50.500 ettari con un'area contigua di altri 77.500 ettari e comprende 24 comuni di tre regioni. | [Ente Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise](https://www.parcoabruzzo.it/pagina.php?id=546) | medium | 2029-12-31 |
| L'Ente Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise stima la popolazione di orso bruno marsicano in circa 50 esemplari, con un intervallo tra 45 e 69: e' il nucleo di orsi piu' numeroso d'Italia ed e' quasi interamente compreso nel Parco. | [Ente Parco Nazionale d'Abruzzo, Lazio e Molise](https://www.parcoabruzzo.it/pagina.php?id=106) | medium | 2027-12-31 |
| In Italia i parchi nazionali con ente gestore operativo sono 24 (2026); la mappa ufficiale del Ministero dell'Ambiente e della Sicurezza Energetica ne georeferenzia 24. | [Ministero dell'Ambiente e della Sicurezza Energetica (MASE)](https://www.mase.gov.it/aree-protette/mappa-parchi-nazionali) | medium | 2027-12-31 |

## Image

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