Die europäische Krankenversicherungskarte bezahlt in Italien keine Bergrettung, keinen Rücktransport, keine Privatkliniken ohne Vertrag mit dem Gesundheitsdienst und keine geplanten Behandlungen.
Die Lücke, die im Gebirge teuer wird
Für Rettung und Rücktransport zahlt die Karte 0 Euro: beides steht ausdrücklich außerhalb des Leistungsumfangs. Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum ist das die wichtigste Zeile dieser Seite, weil ein großer Teil ihrer Italienreisen in die Alpen führt.
Ein Hubschraubereinsatz nach einem Sturz auf einem Klettersteig, eine Bergung von einer Hütte, ein Krankentransport nach Hause: nichts davon ist mit der Karte abgedeckt. Dafür braucht es eine eigene Versicherung, und die kostet einen Bruchteil dessen, was der Einsatz kostet.
Was die Karte tatsächlich leistet
Seit dem 1. Juni 2002 gilt die Regelung auch für die Schweiz: Versicherte aus der EU, aus Island, Liechtenstein und Norwegen sowie aus der Schweiz erhalten in Italien medizinisch notwendige Leistungen direkt und ohne Vorkasse, in öffentlichen Einrichtungen und in privaten mit Vertrag zum nationalen Gesundheitsdienst.
Medizinisch notwendig ist mehr als dringend: gemeint sind alle Behandlungen, die während des Aufenthalts nötig werden, damit du ihn nicht abbrechen musst. Die Karte oder die vorläufige Ersatzbescheinigung ist das einzige nötige Dokument.
Kostenfrei sind diese Leistungen bis auf den Eigenanteil, den jede Region selbst festsetzt. Einen bundesweit einheitlichen Betrag gibt es nicht, deshalb steht hier keine Zahl.
Vier weitere Posten, die nicht enthalten sind
4 Positionen fehlen zusätzlich. Erstens Privatanbieter ohne Vertrag mit dem Gesundheitsdienst, also ein großer Teil dessen, was in Italien als clinica privata firmiert. Zweitens geplante Behandlungen, für die man eigens anreist.
Drittens Zahnbehandlungen, die in der Regel auch für italienische Versicherte kostenpflichtig sind. Viertens Arzneimittel der Kategorie C, die vollständig selbst zu tragen sind, während solche der Kategorie A bis auf einen regionalen Eigenanteil frei sind.
Für Kurbehandlungen ist nicht die Karte zuständig, sondern das Formular E1122 beziehungsweise S2. Wer mit der Karte in ein Thermalbad geht, zahlt selbst.
Krankenhaus und Notaufnahme: wo der Eigenanteil greift
0 Euro Eigenanteil kostet die stationäre Aufnahme in Italien, ein reserviertes Einzelzimmer dagegen kostet extra. In der Notaufnahme wird für Leistungen mit bestimmten Dringlichkeitscodes ein Eigenanteil fällig, also gerade für die Fälle, die nicht dringend sind.
Facharztbesuche und Diagnostik auf Überweisung der Hausärztin oder des Hausarztes sind ebenfalls eigenanteilspflichtig. Die Beträge legen die Regionen fest und unterscheiden sich stark, weshalb wir sie nicht als nationale Zahl führen.
Die Rechnung, die du daraus ziehst
Die Karte ist keine Reiseversicherung, und sie ist auch nicht als solche gedacht. Sie stellt dich einer versicherten Person in Italien gleich, mit denselben Rechten und denselben Zuzahlungen.
Alles, was darüber hinausgeht, ist ein eigener Vertrag: Rettung, Rücktransport, Privatbehandlung, Reiseabbruch. Wer in die Berge fährt, schließt ihn ab, bevor er losfährt, nicht danach. Stand: 03.09.2026.
FAQ
Deckt die EHIC eine Bergrettung in den Dolomiten ab?
Was deckt die EHIC in Italien ab?
Gilt die Karte auch für Schweizer Versicherte?
Was kostet ein Krankenhausaufenthalt?
Brauche ich zusätzlich eine Reiseversicherung?
Bekomme ich Medikamente kostenlos?
Quellen (3)
- 1Ministero della Salute; Commissione europea - Your Europe · neu zu pruefen bis 2027-12-31
- 2Commissione europea - Your Europe; Ministero della Salute · neu zu pruefen bis 2027-12-31
- 3Ministero della Salute · neu zu pruefen bis 2027-12-31
Aktualisiert am 2026-09-03