Italien ist vollständig in vier Erdbebenzonen eingeteilt, von Zone 1 mit über 0,251g bis Zone 4 mit höchstens 0,051g: nicht klassifizierte Gebiete gibt es im Land nicht.
Vier Zonen, und was die Werte bedeuten
Zone 1 umfasst Gebiete mit einer maximalen horizontalen Bodenbeschleunigung über 0,251g und bis 0,351g, Zone 2 von 0,151g bis 0,251g, Zone 3 von 0,051g bis 0,151g und Zone 4 bis 0,051g. Bezugsgröße ist die Beschleunigung mit 10 Prozent Überschreitungswahrscheinlichkeit in 50 Jahren.
Der Rahmen stammt aus der Verordnung 32741 von 2003, aktualisiert durch die Verordnung 35191 von 2006. Die genaue Zuordnung nehmen die Regionen innerhalb nationaler Kriterien vor.
Vor 2003 waren 2.9651 Gemeinden klassifiziert, das entsprach 45 Prozent des Gebiets und 40 Prozent der Bevölkerung. Heute ist das gesamte Staatsgebiet erfasst.
Was daraus für Reisende folgt
Es gibt in Italien keine erdbebenfreie Region, und das ist keine Warnung, sondern eine Definition. Zone 4 bedeutet sehr geringe Gefährdung, nicht keine.
Praktisch ändert das an einer Reise nichts. Was es ändert, ist die Lesart von Meldungen: wenn eine Nachricht von einem Beben in einer Region berichtet, die man für sicher hielt, liegt das nicht daran, dass sich etwas verändert hat, sondern daran, dass die Kategorie nie existiert hat.
Die Bauvorschriften folgen der Zone, nicht der Wahrnehmung. Ein Neubau in Zone 1 ist auf höhere Beschleunigungen ausgelegt als einer in Zone 4, und daran hängt der praktische Schutz.
Acht überwachte Vulkane, drei Zuständigkeiten
Der Überwachungsdienst für aktive Vulkane erfasst acht: Vesuv, Campi Flegrei und Ischia über die Sektion Neapel mit dem Vesuv-Observatorium, Ätna, Stromboli, Vulcano und Pantelleria über die Sektion Catania mit dem Ätna-Observatorium sowie die Colli Albani über die nationale Erdbebenwarte in Rom.
Die Sektion Palermo übernimmt zusätzlich die geochemische Überwachung der sizilianischen Vulkane. Diese Aufteilung beschreibt die Organisation der Überwachung und nicht den Aktivitätszustand der einzelnen Vulkane.
Für Reisende ist der Ätna der Vulkan mit den häufigsten Auswirkungen im Alltag, etwa durch Ascheregen und zeitweise Sperrungen des Flughafens Catania. Diese Zusammenhänge sind hier nicht aus Primärquellen belegt und stehen deshalb ohne Zahlen.
Vier Farben für Vulkane, und wer sie vergibt
4 Farben umfasst das Warnsystem: grün, gelb, orange und rot. Grün steht für die gewöhnliche Aktivität, die weiteren Stufen für zunehmendes Ungleichgewicht in Richtung einer möglichen Eruption.
Für 4 Vulkane besteht eine nationale Notfallplanung: Stromboli, Vulcano, Vesuv und Campi Flegrei. Die Stufen legt der Zivilschutz auf Bewertung der Kompetenzzentren in regelmäßigen Videokonferenzen fest.
Die Campi Flegrei stehen auf Gelb mit der operativen Phase Aufmerksamkeit, festgelegt mit Dekret vom 30. Oktober 2025 und bestätigt am 4. November 2025. Das ist die zweite von vier Stufen.
Wie man diese Themen liest, ohne sich zu täuschen
Zwei Fehler sind gleich häufig. Der erste ist die Beruhigung, es gebe sichere Regionen: die gibt es nicht, weil ganz Italien klassifiziert ist. Der zweite ist die Dramatisierung einer Warnstufe: Gelb steht seit 2012 und beschreibt Überwachung.
Beide Fehler entstehen dadurch, dass ein Zustand ohne Datum zitiert wird. Der aktuelle Stand steht beim Zivilschutzdepartement und beim Geophysikinstitut, und dort siehst du ihn vor einer Reise in die betroffenen Gebiete nach. Stand: 03.09.2026.
FAQ
Wie ist Italien seismisch eingeteilt?
Gibt es erdbebenfreie Gebiete in Italien?
Wer legt die Zonen fest?
Welche Vulkane werden überwacht?
Was bedeuten die Farben der Vulkanwarnung?
Auf welcher Stufe stehen die Campi Flegrei?
Quellen (4)
- 14Dipartimento della Protezione Civile · neu zu pruefen bis 2028-12-31
- 2INGV · neu zu pruefen bis 2028-12-31
- 3Dipartimento della Protezione Civile; doc 2 · neu zu pruefen bis 2029-12-31
- 4Dipartimento della Protezione Civile; doc 2 · neu zu pruefen bis 2027-03-31
Aktualisiert am 2026-09-03