In Italien gilt die 1121 als einheitliche Notrufnummer, der Anruf ist kostenlos und funktioniert auch ohne SIM-Karte, ohne Guthaben und bei gesperrtem Telefon.
Dieselbe Nummer, ein anderes System dahinter
1121 ist in Italien der europäische Notruf, und für Anrufende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich damit an der Nummer nichts. Was sich unterscheidet, ist die Organisation dahinter.
Eine zentrale Annahmestelle, auf italienisch centrale unica di risposta, nimmt den Anruf entgegen und leitet ihn an eine Leitstelle der zweiten Ebene weiter: Staatspolizei, Carabinieri, Feuerwehr, Küstenwache oder Rettungsdienst. Du musst also nicht entscheiden, wen du brauchst.
Das Portal 1121.gov.it gehört dem Innenministerium und ist unter anderem auf Deutsch verfügbar.
Kostenlos, und ohne funktionierendes Telefon im üblichen Sinn
Der Anruf kostet 0 Euro, aus dem Festnetz wie aus dem Mobilfunk. Er funktioniert ohne SIM-Karte, ohne Guthaben und bei gesperrtem Bildschirm.
Das ist mehr als eine technische Fußnote. Ein Telefon ohne italienische Karte, ein leeres Prepaid-Guthaben, ein Gerät, dessen Code gerade niemand kennt: keiner dieser Fälle verhindert den Notruf. Für Schweizer Reisende bedeutet es zusätzlich, dass Roaming-Tarife hier keine Rolle spielen.
18 von 20 Regionen, Stand September 2026
Im September 2026 ist der einheitliche Notruf in 18 der 20 italienischen Regionen im Einsatz. Kampanien wird als nächste Aktivierung geführt, Venetien als laufendes Verfahren.
Aktiv sind Abruzzen, Basilikata, Kalabrien, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Latium, Ligurien, Lombardei, Marken, Molise, Piemont, Apulien, Sardinien, Sizilien, Toskana, Trentino-Südtirol, Umbrien und das Aostatal. Trentino-Südtirol zählt dabei als eine Region mit beiden autonomen Provinzen.
Wichtig für Venetien, also für Venedig, Verona und die Adriaküste: die bisherigen Nummern funktionieren dort weiter, darunter die 118 für den Rettungsdienst. Der Stand ändert sich, sobald weitere Annahmestellen in Betrieb gehen, und stützt sich auf eine einzige amtliche Quelle.
Was die Leitstelle wissen will
Drei Angaben braucht die Person am anderen Ende: wo du bist, welche Art von Notfall vorliegt und wie du heißt. Die Reihenfolge ist kein Zufall, denn die Weiterleitung hängt am Ort.
Nenne die Gemeinde zuerst, dann Straße, Kilometerangabe oder Wegnummer. Auf einem Wanderweg hilft die Nummer des Wegs mehr als der Name des Gipfels, an der Autobahn die Kilometrierung mehr als die nächste Ausfahrt.
Zwei Wege ohne Sprache
Der Dienst 1121 Sordi richtet sich an gehörlose Menschen. Daneben gibt es die kostenlose App Where ARE U für iOS und Android, die Identität und GPS-Position automatisch an die Leitstelle überträgt und meldet, dass die anrufende Person nicht sprechen kann.
Die App verlangt eine Registrierung, und die gehört vor die Reise, nicht in den Notfall. Wer in den Bergen unterwegs ist oder an Küstenabschnitten ohne Beschilderung, gewinnt damit genau das, was in einer Rettungskette am meisten zählt: eine präzise Position. Stand: 03.09.2026.
FAQ
Welche Notrufnummer gilt in Italien?
Kostet der Notruf etwas?
Funktioniert 112 in ganz Italien?
Was fragt die Leitstelle?
Was mache ich, wenn ich nicht sprechen kann?
Sollte ich die App vor der Reise installieren?
Quellen (4)
- 1Ministero dell'Interno - Dipartimento della Pubblica Sicurezza; Ministero dell'Interno; Prefettura - UTG di Frosinone (Ministero dell'Interno) · neu zu pruefen bis 2028-12-31
- 20Prefettura - UTG di Frosinone (Ministero dell'Interno); Ministero dell'Interno - Dipartimento della Pubblica Sicurezza · neu zu pruefen bis 2028-12-31
- 318Ministero dell'Interno - Dipartimento della Pubblica Sicurezza · neu zu pruefen bis 2027-03-31
- 4Ministero dell'Interno - Dipartimento della Pubblica Sicurezza; Prefettura - UTG di Frosinone (Ministero dell'Interno) · neu zu pruefen bis 2027-12-31
Aktualisiert am 2026-09-03