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Notruf in Italien: 112, dieselbe Nummer wie zu Hause

In Italien gilt die 112 als einheitliche Notrufnummer, der Anruf ist kostenlos und funktioniert auch ohne SIM-Karte, ohne Guthaben und bei gesperrtem Telefon.

Dieselbe Nummer, ein anderes System dahinter

112 ist in Italien der europäische Notruf, und für Anrufende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich damit an der Nummer nichts. Was sich unterscheidet, ist die Organisation dahinter.

Eine zentrale Annahmestelle, auf italienisch centrale unica di risposta, nimmt den Anruf entgegen und leitet ihn an eine Leitstelle der zweiten Ebene weiter: Staatspolizei, Carabinieri, Feuerwehr, Küstenwache oder Rettungsdienst. Du musst also nicht entscheiden, wen du brauchst.

Das Portal 112.gov.it gehört dem Innenministerium und ist unter anderem auf Deutsch verfügbar.

Kostenlos, und ohne funktionierendes Telefon im üblichen Sinn

Der Anruf kostet 0 Euro, aus dem Festnetz wie aus dem Mobilfunk. Er funktioniert ohne SIM-Karte, ohne Guthaben und bei gesperrtem Bildschirm.

Das ist mehr als eine technische Fußnote. Ein Telefon ohne italienische Karte, ein leeres Prepaid-Guthaben, ein Gerät, dessen Code gerade niemand kennt: keiner dieser Fälle verhindert den Notruf. Für Schweizer Reisende bedeutet es zusätzlich, dass Roaming-Tarife hier keine Rolle spielen.

18 von 20 Regionen, Stand September 2026

Im September 2026 ist der einheitliche Notruf in 18 der 20 italienischen Regionen im Einsatz. Kampanien wird als nächste Aktivierung geführt, Venetien als laufendes Verfahren.

Aktiv sind Abruzzen, Basilikata, Kalabrien, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Latium, Ligurien, Lombardei, Marken, Molise, Piemont, Apulien, Sardinien, Sizilien, Toskana, Trentino-Südtirol, Umbrien und das Aostatal. Trentino-Südtirol zählt dabei als eine Region mit beiden autonomen Provinzen.

Wichtig für Venetien, also für Venedig, Verona und die Adriaküste: die bisherigen Nummern funktionieren dort weiter, darunter die 118 für den Rettungsdienst. Der Stand ändert sich, sobald weitere Annahmestellen in Betrieb gehen, und stützt sich auf eine einzige amtliche Quelle.

Was die Leitstelle wissen will

Drei Angaben braucht die Person am anderen Ende: wo du bist, welche Art von Notfall vorliegt und wie du heißt. Die Reihenfolge ist kein Zufall, denn die Weiterleitung hängt am Ort.

Nenne die Gemeinde zuerst, dann Straße, Kilometerangabe oder Wegnummer. Auf einem Wanderweg hilft die Nummer des Wegs mehr als der Name des Gipfels, an der Autobahn die Kilometrierung mehr als die nächste Ausfahrt.

Zwei Wege ohne Sprache

Der Dienst 112 Sordi richtet sich an gehörlose Menschen. Daneben gibt es die kostenlose App Where ARE U für iOS und Android, die Identität und GPS-Position automatisch an die Leitstelle überträgt und meldet, dass die anrufende Person nicht sprechen kann.

Die App verlangt eine Registrierung, und die gehört vor die Reise, nicht in den Notfall. Wer in den Bergen unterwegs ist oder an Küstenabschnitten ohne Beschilderung, gewinnt damit genau das, was in einer Rettungskette am meisten zählt: eine präzise Position. Stand: 03.09.2026.

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FAQ

Welche Notrufnummer gilt in Italien?

112, dieselbe wie in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine zentrale Annahmestelle nimmt den Anruf entgegen und leitet ihn an die zuständige Leitstelle weiter: Staatspolizei, Carabinieri, Feuerwehr, Küstenwache oder Rettungsdienst. Du musst nicht wissen, wen du brauchst.

Kostet der Notruf etwas?

Nein, 0 Euro, aus dem Festnetz wie aus dem Mobilfunk. Der Anruf funktioniert auch ohne SIM-Karte, ohne Guthaben und bei gesperrtem Telefon. Für Reisende aus der Schweiz heißt das, dass Roaming-Kosten hier keine Rolle spielen.

Funktioniert 112 in ganz Italien?

Im September 2026 ist der Dienst in 18 der 20 Regionen aktiv. Kampanien ist als nächste Aktivierung ausgewiesen, Venetien als laufendes Verfahren. In beiden Regionen erreichst du die Rettung weiterhin über die bisherigen Nummern, die parallel bestehen bleiben.

Was fragt die Leitstelle?

Drei Dinge: wo du bist, welche Art von Notfall vorliegt und wie du heißt. Der Ort steht an erster Stelle, weil die Weiterleitung an die zuständige Leitstelle davon abhängt. Nenne die Gemeinde und, wenn möglich, die Straße oder den Wanderweg.

Was mache ich, wenn ich nicht sprechen kann?

Es gibt zwei Kanäle ohne Sprache. Der Dienst 112 Sordi richtet sich an gehörlose Menschen, und die kostenlose App Where ARE U überträgt automatisch Identität und GPS-Position an die Leitstelle und meldet, dass du nicht sprechen kannst. Die App verlangt eine vorherige Registrierung.

Sollte ich die App vor der Reise installieren?

Ja, denn Where ARE U verlangt eine Registrierung, und die willst du nicht im Notfall vornehmen. Die App ist kostenlos, für iOS und Android verfügbar und überträgt die GPS-Position automatisch. In den Bergen und an unbeschilderten Küstenabschnitten macht genau das den Unterschied.