Das Molise hat 2026 keine Welterbestätte, als eine von nur zwei Regionen Italiens, doch die Transhumanz, die die UNESCO als immaterielles Erbe führt, lief über seine Tratturi, und einer dieser Graswege führt mitten durch die Römerstadt Saepinum.
Null Stätten, und der Nationalpark ändert daran nichts
Molise und das Aostatal sind 2026 die einzigen beiden Regionen Italiens ohne Welterbestätte. Jede andere Region hat mindestens eine, und sei es als Teil eines geteilten seriellen Eintrags.
Knapp daneben ist lehrreich. Ein Teil des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise liegt im Molise, und der Park enthält eingetragene alte Buchenwälder, nur liegt keiner dieser Bestände auf molisanischem Boden.
Ein fehlender Eintrag ist kein fehlendes Erbe. Er heißt nur, dass man die Orte dieser Region beim Namen suchen muss statt nach dem Etikett.
Transhumanz: 2019 mit Österreich, 2023 zehn Staaten
2019 kam die Transhumanz auf die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes, beantragt von Italien, Österreich und Griechenland. 2023 wurde der Eintrag auf zehn Staaten erweitert: Albanien, Andorra, Österreich, Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien, Luxemburg, Rumänien und Spanien.
Anerkannt sind zwei Formen, die horizontale Wanderung durch die Ebenen und die vertikale im Gebirge. Wer aus Tirol oder Salzburg kommt, kennt die zweite vom Almsommer. Im Molise lief die erste, über die Tratturi, breite Graswege für die Herden.
Oft liest man, das Molise habe das ausgedehnteste Netz an Tratturi. Keine der drei amtlichen UNESCO-Seiten nennt das Molise oder misst die Tratturi, deshalb steht die Behauptung hier nicht als Tatsache.
Saepinum: eine Römerstadt an einer Wegkreuzung
Altilia-Saepinum bei Sepino, Provinz Campobasso, liegt an der Kreuzung von zwei Wegen: dem Tratturo Pescasseroli-Candela und der Straße vom Matese-Massiv hinunter zur Ebene des Tammaro. Diese Kreuzung bestimmte, wo die Stadt entstand und wie sie angelegt wurde.
Rom nahm das Gebiet 2934 vor Christus ein, im dritten Samnitenkrieg. Innerhalb der Mauern gehst du durch 4 Stadttore, darunter Porta Bojano und Porta Terravecchia, vorbei an Forum, Basilika und Theater.
Das Gelände öffnet täglich um 8:15 und schließt um 19:15 Uhr, eingelassen wird bis eine halbe Stunde vorher. Seit dem 1. März 2026 ist der Eintritt wegen der Arbeiten vorübergehend frei; regulär kostet er 10 €, 2 € für 18- bis 25-Jährige und nichts unter 18, und eine Jahreskarte gibt es für 20 €.
Zwei amtliche Seiten widersprachen sich beim Preis, bis die Seite des Betreibers die Gratiszeit erklärte. Sind die Arbeiten fertig, kommt das Ticket zu 10 € aller Voraussicht nach zurück.
Pietrabbondante: das Samnitenheiligtum auf 1.000 Metern
Das italische Heiligtum von Pietrabbondante liegt auf etwa 1.0005 m am Monte Caraceno und ist der Höhepunkt samnitischer Baukunst, errichtet von den Samniten der Pentri. Tempel B und Theater stammen aus dem späten 2. bis frühen 1. Jahrhundert vor Christus.
Die ersten drei Sitzreihen des Theaters haben geformte Rückenlehnen und Armlehnen in Gestalt von Löwentatzen, dazu kommen Inschriften in oskischer Sprache. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 8:45 bis 19:00 Uhr, 2026 für 6 €, ermäßigt 2 €.
12 staatliche Stätten in acht Orten
Der Staat betreibt im Molise 12 Kulturorte in acht Gemeinden: Campobasso, Castel San Vincenzo, Civitacampomarano, Gambatesa, Isernia, Pietrabbondante, Sepino und Venafro. Je zwei davon stehen in Campobasso, Isernia, Sepino und Venafro.
Diese Liste ist die praktische Karte des molisanischen Erbes, mit oder ohne UNESCO. Die Länge des Tratturo Pescasseroli-Candela ist auf keiner amtlichen Quelle geprüft, deshalb steht hier keine Kilometerzahl.
Mehr unter Molise, Saepinum, die Graswege, Pietrabbondante und Isernia und Regionen ohne Welterbe. Stand: 11.09.2026.
FAQ
Hat das Molise eine UNESCO-Welterbestätte?
Ist Saepinum 2026 gratis zu besichtigen?
Was hat Österreich mit der Transhumanz im Molise zu tun?
Wann hat das Heiligtum von Pietrabbondante geöffnet?
Bereich und Themen
Quellen (6)
- 1UNESCO World Heritage Centre; Ministero della Cultura - Ufficio UNESCO; Wikidata (query SPARQL su P1435=Q9259, P17=Q38, P757, P131) · neu zu pruefen bis 2027-08-31
- 2Commissione Nazionale Italiana per l'UNESCO; Ministero della Cultura - Ufficio UNESCO; UNESCO Intangible Cultural Heritage · neu zu pruefen bis 2029-12-31
- 3Direzione regionale musei nazionali Molise - Ministero della Cultura · neu zu pruefen bis 2099-12-31
- 410 · 2 · 20Parco archeologico di Sepino - Ministero della Cultura; Direzione regionale musei nazionali Molise - Ministero della Cultura; Ministero della Cultura · neu zu pruefen bis 2027-03-31
- 51.000 · 6 · 2Direzione regionale musei nazionali Molise - Ministero della Cultura · neu zu pruefen bis 2027-06-30
- 612Direzione regionale musei nazionali Molise - Ministero della Cultura · neu zu pruefen bis 2027-08-31
