Sulmona in den Abruzzen stellt seit dem Mittelalter Confetti her, mit Zucker überzogene Mandeln, auf Deutsch eher Dragées oder Zuckermandeln: im 15. Jahrhundert banden die Klarissinnen von Santa Chiara die ersten Sträuße daraus, und 18461 zählte die Stadt rund zwölf Fabriken.
Confetti heißt hier nicht Papier
Ein Confetto ist in Italien eine Mandel mit Zuckerhülle, und wer in Sulmona nach Confetti fragt, bekommt etwas zu essen und keine Papierschnipsel.
Die Stadt stellte sie schon im Mittelalter her, damals unter dem Namen confettura. Das Wort, das im Deutschen beim Karneval durch die Luft fliegt, hat hier seine ursprüngliche Bedeutung behalten.
Vom Kloster zu zwölf Fabriken
Im 15. Jahrhundert fertigten die Klarissinnen des Klosters Santa Chiara die ersten mazzolini, kleine Blumensträuße, deren Blüten aus Confetti gebaut sind.
Die heutige Form kam im 17. Jahrhundert, als Zucker importiert werden musste und ein Confetto ein Luxusgut war. 18461 zählte Sulmona rund zwölf Fabriken.
All das stammt von der Tourismusbehörde der Region Abruzzen, die für die Zahl von 18461 keine Primärquelle nennt. Lies sie als Überlieferung, die die Region festhält, und nicht als Befund aus einem Archiv.
Was das Verfahren aus Sulmona verspricht
Keine Stärke und kein Mehl braucht das patentierte Verfahren aus Sulmona, um den Zucker an die Mandel zu binden, so jedenfalls die regionale Tourismusbehörde.
Das ist das Merkmal, nach dem du auf der Packung suchst, denn eine Zuckermandel von anderswo sieht in der Schachtel genauso aus.
Die Sorte, die die Quelle hervorhebt, ist der Cannellino di Sulmona, im Ort „di Leopardi“ genannt. Auch die Anekdote hinter dem Beinamen kommt von der Behörde, und auch sie ohne Beleg.
Die Farben und ihre Anlässe
3 Anlässe kennt der überlieferte Farbcode, und die Farbe zeigt den Anlass an:
| Anlass | Farbe |
|---|---|
| Geburt | Hellblau oder Rosa |
| Laurea, der Studienabschluss | Rot |
| Hochzeitstage | Silber und Gold |
Bringst du Confetti zu einem Familienfest in Italien mit, ist die Farbe das, worauf die Gastgeber zuerst schauen.
Sulmona und die Auswanderer
Im 20. Jahrhundert wurden die Confetti aus Sulmona im Ausland bekannt, durch abruzzesische Auswanderer in den USA, in Kanada und in Australien, so die regionale Tourismusbehörde.
Für Familien mit Wurzeln in den Abruzzen ist eine Schachtel Confetti deshalb eher Gewohnheit als Andenken. Mehr dazu unter Reisen zu den Wurzeln und Abruzzen.
Das eingetragene Vorzeigeprodukt ist Safran
Das Zafferano dell'Aquila DOP, Safran von der Hochebene von Navelli, seit dem 5. Februar 2005 im EU-Register, führt das Agrarministerium als Vorzeigeprodukt der Abruzzen.
Für die Confetti nennt keine unserer Quellen eine EU-Eintragung; beschrieben sind sie als handwerkliche Tradition. Sulmona liegt in der Provinz L'Aquila, der Stadt, deren Namen der Safran trägt.
Öffnungszeiten von Confetti-Herstellern oder eines Museums in Sulmona stehen nicht in unseren Quellen, und auch die Anreise mit Bahn oder Bus ist nicht belegt. Frag beim Hersteller nach, bevor du einen Besuch darum herum planst. Die Küche der ganzen Region steht unter Abruzzen kulinarisch.
FAQ
Was sind Confetti aus Sulmona?
Welche Farbe haben Confetti zum Studienabschluss?
Was ist das Vorzeigeprodukt der Abruzzen?
Kann man in Sulmona eine Confetti-Fabrik besichtigen?
Bereich und Themen
Quellen (2)
- 1Regione Abruzzo - Dipartimento Turismo · neu zu pruefen bis 2029-12-31
- 2MASAF - Elenco DOP e IGP prodotti agricoli (PDF, agg. 11/06/2026); Commissione europea - DG AGRI, registro eAmbrosia · neu zu pruefen bis 2099-12-31
